
Am 18. September feierten wir Richtfest in Aachen-Brand. Gäste erkundeten den Rohbau und unser erstes inklusives Wohnhaus. Danke an alle, die dabei waren.
Unsere erste Vorsitzende Marita Holper begrüßte die Gäste. Mit dabei waren Bürgermeisterin Ulla Griepentrog, zweite Stellvertreterin des Aachener Oberbürgermeisters, und Bürgermeister Sebastian Becker, der Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons vertrat. Ulla Griepentrog richtete ebenfalls das Wort an die Gäste. Für ihre herzlichen Worte danken wir ihr sehr.

Marita Holper, 1. Vorsitzende von Inklusiv Wohnen Aachen e.V., bei ihrer Ansprache. Daneben steht Ulla Griepentrog, zweite Stellvertreterin des Aachener Oberbürgermeisters. | Foto: Marie-Luise Manthei
Einblicke in den Rohbau und das erste Wohnhaus
Nach der Begrüßung um 11 Uhr folgten ein Sektempfang und die Vorstellung des Tagesprogramms. Rundgänge und Vorträge boten über den Tag verteilt Gelegenheit, unsere Arbeit kennenzulernen. Auch den Rohbau unseres zweiten Hauses konnten Interessierte bei einem geführten Rundgang besichtigen. Wie hier einmal Menschen einziehen und ihren Alltag miteinander gestalten werden, brauchte noch etwas Vorstellungskraft.

Rohbaubesichtigung beim Richtfest von Inklusiv Wohnen Aachen
Besichtigung des Rohbaus. Im Gespräch zu sehen sind unter anderem Anke Berns von der Bausch GmbH und Bürgermeister Sebastian Becker. | Foto: Marie-Luise Manthei
Bei drei Rundgängen durch unser erstes Wohnhaus und die Wohngemeinschaften erhielten die Gäste Einblicke in das Zusammenleben. Interessierte konnten Gemeinschaftsräume und einzelne Zimmer besichtigen, natürlich mit Erlaubnis der Bewohnerinnen und Bewohner. So wurden sowohl die gemeinsam genutzten Bereiche als auch die persönlichen Rückzugsräume sichtbar.
Während der Rundgänge gab es Gelegenheit, Fragen zu den WGs, zum Zusammenleben und zur Arbeit unseres Vereins zu stellen. Die Besichtigungen machten anschaulich, wie gemeinschaftliches Wohnen und Raum für die eigenen Bedürfnisse zusammengehören.

Einblicke in ein WG-Zimmer beim Tag der offenen Tür 2026
Besichtigung eines WG-Zimmers in Haus 1. | Foto: Marie-Luise Manthei
Gemeinsam wohnen und aus Erfahrungen lernen
Unser zweites Wohnhaus entsteht nach dem Vorbild des ersten Projekts. Auf rund 850 Quadratmetern sind zwei Wohngemeinschaften mit insgesamt zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern vorgesehen. Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf sollen hier gemeinschaftlich leben. Dazu gehört auch das Modell „Wohnen für Hilfe“, das wir inklusiv und generationenübergreifend weiterentwickeln möchten.
Dafür sind die Erfahrungen aus den ersten drei Jahres des Zusammenlebens im ersten Haus wichtig. Marita Holper betonte in ihrer Ansprache, dass bereits vieles gut funktioniere. Zugleich brauche inklusives Zusammenleben die Bereitschaft, Erfahrungen auszuwerten, Veränderungen zuzulassen und das Konzept gemeinsam weiterzuentwickeln.
Angesichts politischer und finanzieller Unsicherheiten machte sie deutlich:
„Inklusion ist kein Luxus. Sie bedeutet Teilhabe, Selbstbestimmung und ein selbstverständliches Miteinander.“
Zum Herunterladen (nicht barrierefreie PDF-Datei):
Ansprache von Marita Holper zum Richtfest
Vorträge zur Konduktiven Förderung und zur Wohnschule
Zwei Vortragsthemen ergänzten die Rundgänge: Konduktive Förderung nach Pető und das Konzept Wohnschule. Beide Vorträge wurden am Nachmittag jeweils zweimal angeboten. Zunächst stellte Marita Holper die Konduktive Förderung nach Pető vor.
Dieser Ansatz geht auf den ungarischen Arzt und Pädagogen András Pető zurück. Er verbindet Bewegung, Lernen und soziale Erfahrungen mit praktischen Aufgaben des Alltags. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten. Erlerntes soll unmittelbar im täglichen Leben angewendet werden. Mehr dazu erläutert der BKF auf seiner Seite zur Konduktiven Pädagogik und Rehabilitation.
Marita Holper ist neben ihrem Vorsitz bei Inklusiv Wohnen Aachen auch erste Vorstandsvorsitzende und Kassiererin beim Bundesverband Konduktive Förderung nach Petö e.V. (BKF). Der Verband vernetzt Eltern, Fachkräfte, Einrichtungen und Organisationen und setzt sich dafür ein, den Ansatz bekannter und zugänglicher zu machen.
In ihren beiden Aufgaben verbindet Marita Holper das Engagement für Konduktive Förderung mit dem für inklusives Wohnen. Beide Themen verbindet das Anliegen, Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag zu unterstützen.

Die Wohnschule: Selbstständigkeit im Alltag üben
Mridula Srikant, Projektassistentin bei Inklusiv Wohnen Aachen, stellte in ihrem Fachvortrag die geplante Wiederaufnahme der Wohnschule vor. Aktuell findet die Wohnschule nicht statt. Künftig soll sie Menschen mit Unterstützungsbedarf wieder auf ein möglichst selbstständiges Leben vorbereiten.
Dabei geht es um praktische Fähigkeiten wie Kochen, Einkaufen und den Umgang mit Geld. Ebenso wichtig sind eigene Entscheidungen, Mitbestimmung und das Zusammenleben mit anderen. Die Wohnschule soll Raum bieten, diese Fähigkeiten mit individueller Begleitung im eigenen Tempo zu erproben und weiterzuentwickeln. Der Vortrag ergänzte damit die Einblicke in die Wohngemeinschaften um einen Ausblick auf das erneut geplante Angebot.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung
Wir danken allen Gästen, die das Richtfest und den Tag der offenen Tür mit uns verbracht haben. Danke für Ihr Interesse, Ihre Fragen und die persönlichen Gespräche.

Persönliche Gespräche beim Richtfest und Tag der offenen Tür
Bei Brunch und Getränken blieb viel Zeit für schöne Gespräche. | Foto: Marie-Luise Manthei
Ein besonderer Dank gilt Anke und Sebastian Berns sowie dem Bauunternehmen Bausch für ihren Beitrag zur Verwirklichung unseres zweiten Wohnhauses. Ebenso danken wir den Handwerkerinnen und Handwerkern aller Gewerke, die bereits am Bau mitwirken oder in den kommenden Monaten zur Fertigstellung beitragen werden.
Unser Dank gilt unserem Investor, der Stadt Aachen und der Städteregion, unseren Kooperationspartnern sowie allen, die das Projekt planen und begleiten. Unsere Mitgliedern und alle, die unsere Arbeit durch Spenden, Sponsoring oder ehrenamtliches Engagement fördern, tragen dazu bei, dass wir sie weiterführen können.
Den Studierenden und den Teams von Inklusiv Wohnen Aachen e.V. und der Inga gGmbH danken wir für ihren Einsatz. Danke an alle, die den Tag vorbereitet, mitgestaltet und tatkräftig unterstützt haben.

Logo: Inklusionsscheck NRW „Mit Menschen für Menschen“
Logo des Inklusionsscheck NRW „Mit Menschen für Menschen“, Förderprogramm für Inklusionsprojekte und Förderer von Inklusiv Wohnen Aachen e.V.
Die Veranstaltung wurde durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Wie geht es weiter?
Wie bereits in unserer Einladung zum Richtfest angekündigt, sind die Fertigstellung und der anschließende Bezug des zweiten Hauses für den Herbst 2027 geplant. Die Erfahrungen aus dem ersten Haus werden uns auf diesem Weg weiter begleiten.
Sie möchten unsere Arbeit unterstützen oder sich selbst einbringen? Auf unserer Seite Mitmachen erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt. Oder unterstützen Sie unseren Arbeit mit einer Spende.
Vom 23. bis 26. September ist unsere erste Vorsitzende Marita Holper auf der REHACARE in Düsseldorf unterwegs.
Am Freitag, 18. September 2026, feiern wir von 11 bis 17 Uhr das Richtfest für unser zweites inklusives Wohnhaus in Aachen-Brand. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Bei der letzten Mitgliederversammlung wurde der aktuelle Vorstand bestätigt.
Dennis Bando, 2. Vorsitzender bei Inklusiv Wohnen Aachen e.V. schildert seine Eindrücke vom Zusammen Leben Festival 2026 in Stuttgart,

